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Kieferorthopädische Gemeinschaftspraxis
Dr. Sabine Mirsberger & Partner

Frühling 2012 – Zahnschäden durch Piercings

Zahnschmuck ist jedoch unbedenklich

Zahnschmuck und Zungen- oder Lippenpiercings finden viele Jugendliche „cool“. Doch Zähne und Zahnfleisch der Betroffenen dürften dies anders sehen. Eine Studie von US-Zahnärzten zeigt: Während Zahnschmuck wie Dazzler (aufklebbare Symbole aus Gold-Folie) und Twinkels (Schmucksteinchen) oberflächlich auf die Zähne geklebt werden und harmlos sind, sind Piercings im Mundbereich aus zahnmedizinischer Sicht problematisch und schädigen auf Dauer den Mundraum.

Vielfältige Schäden durch Piercings

Irreparable Schädigungen von Nervenbahnen, Entzündungen und Schmerzen stehen auf der Liste der Forscher. Die Studie wurde im "Journal of the American Dental Association" veröffentlicht. Langfristig kann der Piercing-Schmuck Zähne und Zahnhalteapparat regelrecht zerstören.

Dabei macht es einen Unterschied, wo sich das Piercing genau befindet: Hat man eines in der Zunge, schlägt der Piercingknopf durch die ständige spielerische Bewegung der Zunge andauernd gegen die Zähne, was zu irreparablen Rissen im Zahnschmelz führen kann. Folgen für die Betroffenen können Hitze- und Kälteempfindlichkeit der Zähne, Reizung des Zahnnervs und Karies sein.

Hat man das Piercing hingegen in der Unterlippe, drückt der Knopf gegen das Zahnfleisch - und kann so zum Rückgang des Zahnfleisches und des darunterliegenden Knochens führen. Die in der Studie getesteten Patienten hatten schon nach wenigen Monaten mit dem Schmuck im Mund bis zu acht Millimeter tiefe "Taschen" im Zahnfleisch. Ist erst einmal nicht mehr genügend Zahnfleisch und vor allen Dingen Knochen vorhanden, fehlt den Zähnen der Halt. Eine aufwändige Behandlung wird notwendig - und im Extremfall müssen die Zähne entfernt werden oder fallen aus.

Mit Piercings keine Spange

Hinzu kommt, dass eine kieferorthopädische Behandlung bei Patienten mit Zungenpiercings oft nicht möglich ist, da bei diesen die Zunge ein verändertes Bewegungsmuster aufweist - und dadurch der Behandlungserfolg in Frage steht.

Deshalb: Wer seine Zähne schützen möchte, sollte die Finger von Piercings im Mundraum lassen. Gegen einen kleinen Schmuckstein auf einem Schneidezahn nach der kieferorthopädischen Behandlung ist jedoch nichts einzuwenden.

Quelle: prodente, eigene Recherche

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